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Powerplay kostet Punkte-Niederlage in Reutlingen

Premiere auf der Stuttgarter Trainerbank.
Da Coach Eric Strieska privat verhindert war, wurde er interimsmäßig vom 17jährigen Nachwuchsspieler und C-lizensierten Trainer-Rookie Ole Abendroth vertreten, der erstmals in einem offiziellen Spiel ein Team führte und dabei -trotz der Niederlage- einen super Job ablieferte.

Mit 15+2 ging es am Sonntag Mittag Richtung Reutlingen zum Meisterschaftsspiel gegen die black-eagles der TSG Reutlingen, wo man nach harter Gegenwehr mit 4:8 (1:1/1:3/2:4) den Kürzeren zog.
Nicht an Bord ein nahezu kompletter etatmäßiger Angriffsblock, der teils beruflich teils krankheitsbedingt absagen musste, was die Aufgabe für Coach Abendroth sicherlich nicht leichter machte….

Die 1b-Rebellen hatten sich vorgenommen, Revanche für die knappe Penalty-Niederlage in der Vorbereitung vor vier Wochen zu nehmen und begannen in der ersten Situation umgehend Druck auf das von Florian Grad gehütete black-eagles Tor aufzubauen.
Aber quasi im direkten Gegenzug gab es den ersten herben Rückschlag als die Gastgeber einen schnellen Angriff mit einem Treffer abschließen konnten (1:0/2.Min)
Bereits hier wurde deutlich wie gefährlich die pfeilschnellen Reutlinger Offensivkräfte operieren, denn letztlich lief das Spielgerät über wenige Stationen Richtung von Stuttgarts Goalie Syguda.
DSC08290Auch in der Folgezeit erarbeiteten sich die Adler ein leichtes Chancenplus, scheiterten aber immer wieder an einer konzentrierten und konsequent eingestellten Stuttgarter Defensive oder am klasse haltenden 1b-Rebels Schlussmann.
Die Waldau-Cracks ackerten, Reutlingen zog sich immer schnell zurück, lauerte und schickte mit Enz, Trybus und Welsch & Co. immer wieder erfolgreich seine „Abfangjäger“ ins Rennen.
Es dauerte bis zur 11. Minute, ehe endlich die 1b-Rebels jubeln durften, als der erste Stuttgarter Block zur Tat schritt und der spielstarke Jonas Mauch die Scheibe an Grad vorbeischieben konnte (1:1, 11.Min).

Auch im zweiten Drittel gingen die Wellen im selben Schema hin- und her.
Für die 1b-Rebels wurde es nur gefährlich, wenn man in eigener Überzahl (!) agierte und beinahe fahrlässig die Scheiben herschenkte und damit den Gegner aufbaute, der die Geschenke dankend annahm und den Spielstand auf 2:1 (23.Min) stellen konnte. Dieser Shorthander tat weh, denn eigentlich war man drauf und dran sich die Spielanteile zurückzuholen.
Insbesondere der Rebellen MSG-Sturm (Mauch/Schätzle/Groß) hatte gute Momente und fand gerade richtig Zugriff zum Spiel.
DSC08320Dann tauchten die Rebellen unerklärlicherweise für ein paar Minuten komplett ab und fingen sich kurz hintereinander das 3:1 und in der 30. Min. gar das 4:1.
Eigentlich sehr schade, denn der Gegner war keinesfalls diesen Vorsprung besser.
Es war das typische Spiel auf Augenhöhe, nur mit dem Unterschied das die Reutlinger druckvoller agierten und Stuttgarts teilweise grobe Fehler umgehend bestraften. Man muss sich an dieser Stelle bei Goalie Niklas Syguda bedanken, dem in dieser Phase die Pucks nur so um die Ohren pfiffen und er seine Farben mit Glanztaten weiter im Spiel hielt.

Nach einer Auszeit durch Coach Abendroth gelang es zwar die Reihen wieder auf Kurs zu bringen, aber die Chancenverwertung blieb weiterhin ein ganz großes Manko.
Es hätte auch hier wieder ein Wendepunkt werden können, denn 3x kurz nacheinander war man in Überzahl, schaffte aber wiederholt den Anschluss nicht.
Erst knapp 5 Minuten vor Drittelende schoss Stuttgarts Sturmführer Leo Schätzle das Hartgummi in blueliner-Manier ins Adler Nest zum 2:4 (36.Min).

DSC08274Letztes Drittel: Hopp oder Topp?
Oder wie es Kapitän Gregor Michalik in der Pause ausdrückte:“ Dieses Drittel holen wir uns!“
Die nun zunehmenden Offensiv-Bemühungen der 1b-Rebels waren allerdings problematisch, denn sie boten den Reutlingern jetzt ihrerseits Möglichkeiten und Räume für Konter.
In einer dieser Konter schraubten die Gastgeber den Spielstand dann auf 5:2 (45.Min.), aber durch Umstellungen der Stuttgarter Reihen auf 2 Blöcke wurde der Druck trotzdem weiter erhöht. Das Spiel war noch nicht entschieden, und als Stuttgarts Carlo Sala de Llobet auf 5:3 (52. Min) verkürzen konnte, schien plötzlich alles möglich.
Aber die Reutlinger Greifvögel stellten 27 Sekunden später den alten Abstand wieder her (6:3).
Es war zum Verrücktwerden…

Doch dieser Umstand zeigte nicht die von Reutlingen erhoffte finale Wirkung, im Gegenteil, die 1b-Rebellen stemmten sich weiter mit vollem Einsatz dagegen und kamen ca. 3 Minuten danach durch Jonas Mauch wieder auf 6:4 (55. Min.) heran.
Jetzt wurde es richtig spannend, denn nach einer Bankstrafe für Reutlingen wegen Reklamieren spielten die Rebellen wieder in Überzahl und alle Zeichen standen auf ein heißes „Endspiel“.
Aber Moment….Stuttgart in Überzahl, war da was?
Dem Gesetz der Serie folgend, war wieder ein schlampiger Pass die Ursache für einen Shorthander zum Reutlinger 7:4 (57.Min), das schlussendlich dann die Entscheidung darstellte, auch wenn kurz vor der Schluß-Sirene noch das 8:4 (59.Min.) folgte. Geschenkt…

Fazit:
Glückwunsch zum Sieg an unsere Reutlinger Sportfreunde und seinen Trainer Roberto Cazacu.
Trotz der Niederlage ein großes Lob an die Abendroth Kampftruppe, die zu keiner Zeit aufgegeben hat und sich immer wieder beeindruckend ins Spiel zurückfightete.
8:4 liest sich heftig, war es aber nicht.
Deshalb: aufstehen, Schweiß abwischen, weitermachen wo man aufgehört hat, die Richtung stimmt !

Zum Abschluß noch:
…gute Besserung an Colin Wolf, der nach einem Check lange in der Kabine behandelt werden musste (Kopf/Nacken)
…alles Gute zum Geburtstag Valentin „Hulk“ Weymann.
…welcome in our hockey team: Kjell Wenzel, der einen open ice hit eines 120kg-Reutlingers eingesteckt hat wie ein Mann 😉
…die Anzeigetafel: es gibt in der Landesliga Baden-Württemberg viele elektronische Anzeigetafeln, die Mutter aller Anzeigetafeln steht in Reutlingen.
Dort werden alle Ergebnisse der letzten 30 Jahre auf einmal angezeigt –innerhalb von Sekunden.
Nebenbei gibt sie noch Signaltöne von sich, dass man annehmen könnte der Schiri hätte gerade das Spiel unterbrochen.
Oder passt ihr etwa der aktuelle Spielstand nicht ?

Für Stuttgart am Schläger:
Niklas Syguda (Goalie), Patrick Thierfelder (backup), Carlo Sala de Llobet, Colin Wolf, Denis Simin, Gregor Michalik, Valentin Weymann, Kjell Wenzel, Ben Daubner, Janis Groß, Masaru Komiyama, Veit Wenzel, Tolga Feroglu, Jonas Mauch, Daniel Kolev, Nino Häberlen, Leo Schätzle
Trainer: Ole Abendroth
Mannschaftsführer: Olaf Abendroth

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Text/Fotos: Ralf Seidel